Diabetes Mellitus

Diabetes Mellitus ist eine Stoffwechselstörung des Zuckerhaushaltes bei der die Aufnahme von Zucker in die Zelle gestört ist. Erkrankte Tiere können im Frühstadium ohne Auffälligkeiten sein. Im weiteren Verlauf kommt es zur Gewichtsabnahme, vermehrtem Trinken, unter Umständen einem gesteigerten Appetit und einer vermehrten Urinausscheidung. Spätfolgen sind unter anderem Blindheit aufgrund von osmotischen Veränderungen der Linse.

Längerfristig stark erhöhte Blutzuckerwerte führen zu einem vermehrten Fettabbau als alternative Energiegewinnung für die Zelle, die zwar den Zucker vor der Tür, sprich im Blut hat, aber ihn nicht aufnehmen kann. Diese Abbauprodukte (Ketonkörper) können zu einer lebensgefährlichen Übersäuerung des Körpers führen (Ketoacidose).


Die Zuckeraufnahme in der Zelle

Nachdem Insulin an dem Insulinrezeptor in der Zellmembran angedockt hat wird Glukose (Zucker) durch den aktivierten Glukosetransporter-4 in die Zelle geschleust. Glukose wird innerhalb der Zelle weiter verstoffwechselt unter dem Einfluss des Insulinrezeptors in Speicherformen wie Glykogen oder es wird abgebaut zu Pyruvat aus welchen Fettsäuren aufgebaut werden können.

Das für die Zuckereinschleusung verantwortliche Hormon Insulin wird von der Bauchspeicheldrüse weniger produziert und muss in Form von Injektionen zugeführt werden.

Beim Menschen kann der Typ 2 Diabetes, bei dem genug Insulin produziert wird, aber die Insulinaufnahme wegen eines Rezeptorfehlers gestört ist, mit Tabletten behandelt werden. Diese Behandlungsform ist in der Tiermedizin eine schlechte Alternative zur Injektionstherapie.

Glücklicherweise kann bei der Katze eine vorübergehende Form vorliegen, so dass unter Umständen die Insulintherapie nach einer Weile wieder abgesetzt werden kann.

Wichtig ist zu wissen, dass hohe Blutzuckerwerte die Bauchspeicheldrüse weiter schädigen.

Ein Abwarten, ob es sich von alleine wieder beruhigt, ist also keine sinnvolle Option. Insulin sollte kühl gelagert werden und wird je nach Insulintyp und Insulinbedarf des Tieres 1- 2 mal täglich unter die Haut gespritzt werden. Das Insulin sollte bei mäkeligen Essern nach der Nahrungsaufnahme, ansonsten vor der Nahrungsaufnahme gespritzt werden.

Spezielle Futtermittel können hierbei unterstützend eingesetzt werden, eine Insulintherapie jedoch nicht ersetzen. Falls das Tier wegen einer Krankheit beispielsweise nicht frisst, sollte kein Insulin eingesetzt werden. Im Falle einer Überdosierung kommt es zu einer Unterzuckerung, welches häufig ein schleichender Prozess ist. Die Tiere werden initial ruhiger, eventuell kann ein Zucken des Kopfes und der Ohren beobachtet werden, bis das Tier letztendlich anfängt einen Krampfanfall zu erleiden.

Erste Hilfe kann geleistet werden, indem Sie dem Tier Honig auf die Mundschleimhäute streichen. Eine Unterzuckerung stellt einen echten Notfall dar und Sie sollten sofort mit Ihrem Tier, unabhängig von der Uhrzeit, in die Praxis oder nächste Klinik kommen. Die Blutzuckerwerte und die Werte des Blutzuckerabbauproduktes Fruktosamin, welches den mittleren Zuckerwert der letzten 3 Wochen reflektiert, sollten durch Blutentnahmen regelmäßig kontrolliert werden.